| Unternehmen | Clearbanc |
|---|---|
| Branche | 💵 Fintech |
| Finanzierungsrunde | Series B, Later Stage |
| Eingesammelt (Mio. USD) | $300.0 |
| Größenordnung | $250+ Mio |
| Jahr | 2019 |
| Land | Canada 🇨🇦 |
| Phase | Series B, Later Stage |
| Investoren |
Wachstumsfinanzierung gegen Umsatzbeteiligung
Clearbanc, heute Clearco, finanzierte Onlinehändlern und App-Anbietern ihre Marketingausgaben und ließ sich über einen Anteil der künftigen Umsätze zurückzahlen. Die Bewertung erfolgte anhand der Verkaufs- und Werbedaten des Kunden, nicht anhand von Jahresabschlüssen.
Der Ansatz war ausdrücklich als Alternative zu Wagniskapital gedacht: Wer Geld für Werbung braucht, muss dafür keine Anteile abgeben. Für ein Deck ist das ein starkes Argument, weil es einen konkreten Vorteil gegenüber dem Bestehenden benennt.
Der Test kam mit der Marktkorrektur ab 2022. Umsatzbasierte Finanzierung funktioniert, solange die finanzierten Unternehmen wachsen; bricht das Wachstum ein, verlängern sich die Rückzahlungen und die Ausfälle steigen. Clearco musste das Geschäft daraufhin erheblich einschränken.
Für eigene Decks in der Unternehmensfinanzierung ist die Lehre eindeutig: Ein Modell, dessen Rückzahlung vom Erfolg des Schuldners abhängt, ist stark mit dem Konjunkturzyklus korreliert. Diese Korrelation gehört in die Risikodarstellung, mit einer Rechnung für ein Abschwungszenario.
Ein zweiter Punkt betrifft die Auswahl. Wenn Unternehmen zwischen Eigenkapital und umsatzbasierter Finanzierung wählen können, entscheiden sich die wachstumsstärksten meist für Eigenkapital, weil sie es bekommen. Wer die Alternative anbietet, muss zeigen, dass keine negative Auslese entsteht.







