| Unternehmen | Farfetch |
|---|---|
| Branche | 👠 Fashion, 💳 eCommerce & Retail |
| Finanzierungsrunde | n.a. |
| Eingesammelt (Mio. USD) | $620.0 |
| Größenordnung | $250+ Mio |
| Jahr | 2017 |
| Land | United Kingdom 🇬🇧 |
| Phase | n.a. |
| Investoren |
Luxusmode als Plattform – und was daraus wurde
Farfetch verband Boutiquen für Luxusmode weltweit zu einem gemeinsamen Onlineangebot, ohne die Ware selbst einzukaufen. Die Läden behielten den Bestand, Farfetch stellte Reichweite, Abwicklung und Logistik. Das Unternehmen ging 2018 an die New Yorker Börse.
Das ist ein kapitalarmes Modell und wurde im Pitch entsprechend dargestellt. Die Schwierigkeit liegt woanders: Luxusmarken kontrollieren ihre Vertriebswege sehr genau, und der Zugang zu Ware ist kein Selbstläufer. Genau diese Abhängigkeit ist die zentrale Risikoposition.
Der weitere Verlauf gehört zur Einordnung: Farfetch expandierte stark, kaufte zu, verlor erheblich Geld und wurde Ende 2023 in einer Notlage vom südkoreanischen Unternehmen Coupang übernommen. Die Aktionäre verloren praktisch ihren gesamten Einsatz.
Für eigene Decks ist die Lehre die Prüfung der Plattformbehauptung: Ein Modell ist nur dann kapitalarm, wenn es das auch nach der Expansion bleibt. Zukäufe, eigene Lager und Marketing für den Aufbau neuer Märkte kehren die Rechnung um – und das passiert in der Praxis häufiger, als die frühen Unterlagen nahelegen.







